Heilsame Kräuter

Wanderungen zu selten gewordenen wildwachsenden Kräutern erleben seit einigen Jahren eine Renaissance. Für Viele ist es schlecht vorstellbar, dass zarte Blättchen und Blüten aus der heimischen Natur eine so wichtige Bedeutung für unsere Gesundheit haben sollten. Neben den sekundären Pflanzen- und Bitterstoffen, die auch in Kräutern vorkommen, sind es speziell die ätherischen Öle, die eine besondere Wirkkraft haben. Deshalb ist es wichtig, dass Kräuter bei der Zugabe zu Lebensmitteln extrem schonend weiterverarbeitet werden.

 

Ätherische Öle

Unter ätherischen Ölen versteht man flüchtige Stoffwechselprodukte der Pflanzen. In zahlreichen Kräutern sind sie enthalten zum Beispiel Melisse, Salbei, Lavendel und viele mehr.

 

Ätherische Öle hemmen das Wachstum von Bakterien und Pilzen, wirken schleimlösend, krampflösend und appetitanregend.

 

Bitterstoffe

Bitterstoffe in pflanzlichen Produkten sind sehr wichtig zur Anregung unserer Verdauungssäfte. Leider sind sie aus zahlreichen Früchten und Gemüsesorten herausgezüchtet worden, um diese gefälliger im Geschmack zu machen. Das ist zu unserem gesundheitlichen Nachteil. Da wir ein gewisses Maß an Bitterstoffen brauchen, nehmen viele Kräuterelixiere oder bittere Tees zu sich.

 

Bitterstoffe haben zahlreiche positive Effekte. Sie unterstützen:

 

·         Abnehmen

·         Durchblutung

·         Entschlackung

·         Entsäuerung

·         Immunabwehr

·         Abbau von übermäßiger Schleimproduktion (zum Beispiel in Nase, Magen, Darm)

·         Schutz vor Zivilisationsbeschwerden

·         Verdauung

 

Bei guten Bioaktivstoffkonzentraten wird die Kraft folgender Kräuter genutzt, um die Synergieeffekte aller Zutaten zu optimieren:

 

Borretsch

Borretsch wächst in vielen Bauern- und Klostergärten. Seine Blätter schmecken nach Salatgurken mit einer säuerlichen Note. Ihnen wird eine leberreinigende Wirkung zugesprochen. Allerdings sind sie auch gute Schleimlöser.

 

Borretschsamenöl enthält Omega-6-Fettsäuren und Gamma-Linolensäure. Letztere hat einen positiven Einfluss bei Entzündungen im Körper. Darüber hinaus trägt sie dazu bei, den Blutdruck zu senken und ist gut für Gehirn und Nerven.

 

Brennnesselkraut

Auf den Stängeln und Blättern der Brennnessel befinden sich die gefürchteten Brennhaare. Kommen sie in Kontakt mit unserer Haut, verursachen sie einen juckenden Ausschlag.

 

Das Brennnesselkraut besteht aus Stängeln und Blättern bzw. nur aus den Blättern. Sie enthalten Flavonoide (Polyphenole), Kaffeesäureester, Lektine, Phytosterole, Lignane und Polysaccaride. Darüber hinaus ist die Brennnessel sehr eisenhaltig. Sie liefert drei Mal so viel Eisen wie Spinat. 

 

Viele kennen Brennnessel noch als entwässernden Tee. Auch heute wird dieses traditionell pflanzliche Mittel bei Harnwegsbeschwerden zur Erhöhung der Urinmenge eingesetzt, doch auch bei Gliederschmerzen. Als Hausmittel wird sie für die Entgiftung und Entschlackung genutzt sowie bei Müdigkeit und Erschöpfungszuständen. Weiterhin werden ihr positive Effekte auf die Darmgesundheit und die Verdauung zugesprochen, denn sie wirkt anregend auf Leber und Galle.

 

Es gibt sogar ein Therapiekonzept für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), das die Brennnessel als feste Komponente vorsieht, da sie entzündungshemmend wirkt.

 

Damit nicht genug hat die Brennnessel eine sehr stärkende Wirkung auf das Immunsystem. Sie fördert die Antikörperbildung sowie die Aktivität der Fresszellen, wie ein Versuch mit Mäusen belegte. 

 

Lindenblüten

Lindenblüten enthalten zahlreiche Wirkstoffe zum Beispiel Saponine, Gerb- und Schleimstoffe, phenolische Verbindungen,  Glykoside und ätherische Öle.

 

Ihre Wirkung ist unter anderem reizlindernd und schleimlösend, weswegen sie häufig bei grippalen Infekten eingesetzt werden. 

 

Darüber hinaus haben sie harntreibende und krampflösende Wirkungen, so dass sie Magen, Darm, Blase und Nieren gut unterstützen.

 

Löwenzahnblätter

Die Blätter des Löwenzahns zählen zu den wichtigsten Bitterstoffen. Sie wirken appetitanregend, verdauungsfördernd, bindegewebsstärkend, galle- und harntreibend, entschlackend, entzündungshemmend, krampflösend, stoffwechselanregend und sind gut gegen Gicht und Rheuma. Sie können sogar die Neubildung von Gallensteinen verhindern, regen die Magensaftsekretion an und lindern Magenbeschwerden.

 

Eine Studie, die 2010 in der Fachzeitschrift „International Journal of Molecular Science“ veröffentlicht wurde, belegte, dass Löwenzahn in der Lage ist, die Cholesterinwerte und Rheuma zu verbessern. Weiterhin belegte die Studie eine Reduzierung von oxidativen Stress, so dass das Risiko für Arteriosklerose sinkt.

 

Löwenzahnblätter sind erstaunlich vitalstoffreich, sie enthalten die Vitamine A, C und E sowie die Mineralstoffe Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen und auch Proteine.

 

Melissenblätter

Melissenblätter sind für ihre beruhigende Wirkung bekannt. Insofern finden sie bei Schlafstörungen Verwendung, doch auch bei Magen-Darm-Problemen, Kopf- und Regelschmerzen, Wechseljahresbeschwerden, Erkältungskrankheiten und sogar bei chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung.

 

Weiterhin wirken sie krampflösend und gegen Viren sowie Bakterien.

 

Besonders heilsam ist ihr ätherisches Öl, durch das sie auch ihren zitronenähnlichen Duft erhalten. Weiterhin enthalten sind Flavonoide und Rosmarinsäure.

 

Interessant ist ihr Gehalt an Cholin, der im Körper zu dem Nervenbotenstoff Acetylcholin umgewandelt wird.

 

Oregano

Oregano hat ein sehr kräftiges ätherisches Öl. Weiterhin enthält er sekundäre Pflanzenstoffe, Gerbstoffe und Bitterstoffe. Damit ergibt sich schon, dass er positiv auf die Verdauungsorgane wirkt. Weiterhin werden ihm entzündungshemmende, antibakterielle und desinfizierende  Wirkungen zugesprochen. 

 

Die russische Volksmedizin verweist darüber hinaus auf seine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem.

 

Rosmarin

Rosmarin werden zahlreiche positive Eigenschaften zugesprochen, weswegen sie 2011 vom Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise Theoprastus e. V. (genannt Paracelsus) zur „Heilpflanze des Jahres“ gekürt wurde.

 

Seine Inhaltsstoffe wirken schmerzstillend, kräftigend, krampflösend, antibakteriell, entspannend und beruhigend. Insofern wird er eingesetzt bei Verdauungsproblemen wie Völlegefühl, zur Unterstützung von Leber und Milz, bei Müdigkeit, Durchblutungsstörungen, Muskelschmerzen, Rheuma und bei Stress.

 

Heilpflanzen sind für ihre vorbeugende und lindernde Wirkung nicht nur in der Volksmedizin bekannt. Eigenschaften vieler Pflanzen gelten als so überzeugend, dass sie gezielt auch in pflanzlichen, rezeptfreien Präparaten vorkommen zum Beispiel zur Linderung von Erkältungskrankheiten oder Unterstützung der Verdauungsorgane.