Was sind Health Claims?

Unter Health Claims versteht man die offiziell von der EFSA bestätigten gesundheitsbezogenen Wirkungen eines Vitalstoffs.

EFSA steht für European Food Standards Agency. Sie ist die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit und hat ihren Sitz in Italien (Parma).

 

Wenn sie eine gesundheitsbezogene Wirkung eines Vitamins oder Mineralstoffes bestätigt, gingen dem die Überprüfung von zahlreichen Studien voraus. Die EFSA unterscheidet allerdings nicht zwischen einem synthetisch – also künstlich hergestellten – Vitalstoff und einem natürlichen Vitalstoff. Das ist sehr schade, denn die natürlichen gelten als wirkungsvoller und ungefährlicher. Vitalstoffe aus synthetischer Quelle sollten am besten nicht als Einzelsubstanzen und hochdosiert über einen längeren Zeitraum verzehrt werden.

 

Doch was die EFSA entscheidet, bleibt nicht immer ohne Kritik. So sind ihre Meinungen zu der Unbedenklichkeit des genmanipulierten Mais-Saatgutes von Monsanto sowie ihrer Ansicht, dass Monsanto’s Pestizid Glyphosat „wahrscheinlich nicht krebserregend ist“ (obwohl die WHO davor warnt) heftig umstritten.

 

Letztendlich stehen den Studien, die der EFSA vorliegen, die Erfahrungsheilkunde und die Volksheilkunde gegenüber, die zum Beispiel der Heilkraft von Kräutern sehr viel Bedeutung beimessen.

 

Hersteller dürfen die Health Claims verwenden, um auf den gesundheitlichen Nutzen ihres Produkts hinzuweisen.

 

Bislang warten wir vergeblich auf die Health Claims für die sogenannten „biologicals“. Damit sind zum Beispiel Heilkräuter gemeint. Sie waren für Ende 2016 angekündigt. Weiterhin geht man davon aus, dass es auch bald bestätigte Wirkungen zu Inhaltsstoffen von Kosmetik geben wird.


Referenzwerte 

Jeder von uns braucht Vitamine und Mineralstoffe, um gesund zu bleiben. Nur wie viel? 

 

Aufgrund des aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstands wurden rechtliche Referenzwerte ermittelt. Sie geben Auskunft darüber, was in 100 g oder 100 ml eines Lebensmittels enthalten sein sollte. 

 

Die Werte beziehen sich auf gesunde Erwachsene. 

Viele kennen diese Referenzwerte unter dem Begriff RDA, das steht für „Recommended Daily Allowance“. Der neuere Begriff lautet Nutritional Reference Value (abgekürzt: NRV). In Deutschland sagt man „Nährstoffbezugswerte“.

 

Persönlicher Bedarf

Diese Referenzwerte dienen der Orientierung. Man versucht damit, den durchschnittlichen täglichen Bedarf zu definieren.

 

Der persönliche Bedarf jedoch hängt von der Lebenssituation ab: Kinder, Jugendliche, Senioren, Chronisch Kranke, Schwangere, Stillende oder Leistungssportler können vitalstoffmäßig ein ganz anderes Level haben. Ebenso Personen, die starkem Stress ausgesetzt sind, sich in den Wechseljahren befinden, Medikamente einnehmen müssen oder andere Gifte zu sich nehmen wie Nikotin oder Alkohol.

 

Oft deuten erste Symptome auf einen Mangel hin zum Beispiel: schwache Nerven, vorzeitige Alterung, brüchige Fingernägel, schlechtes Sehvermögen bei Dunkelheit und vieles mehr. Diese Listen mit Symptomen einer möglichen Unterversorgung gibt es für jeden Vitalstoff.

 

Die persönliche Vitalstoffversorgung kann man überwiegend über ein großes Blutbild durch den Hausarzt überprüfen lassen.

 

Ausgewogene Ernährung?

Bei einer abwechslungsreichen Ernährung geht man davon aus, dass die tägliche Versorgung mit den aufgeführten Vitaminen und Mineralstoffen gewährleistet ist. Das wird auch immer wieder betont.

 

Der Knackpunkt ist, dass sich die meisten Menschen nicht ausgewogen ernähren, da der Anteil an vitalstoffreichem Obst und Gemüse zu gering ist. Auch Fisch wird in der Regel zu wenig konsumiert. Es fehlt an Ballaststoffen und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. 

 

Wird frische Ware gekauft, ist die Frage wie viele Vitalstoffe enthalten sind:

·         Importiertes Obst und Gemüse wird häufig zu früh  geerntet, so dass sie Vitalstoffe noch gar nicht ausbilden konnten.

·         Monokulturen führen zu einer Nährstoffverarmung der Böden.

·         Pestizide und Kunstdünger blockieren, dass Pflanzen die im Boden noch befindlichen Nährstoffe (vor allem Mineralien) aufnehmen können.

·         Früchte werden bestrahlt, damit sie besser haltbar sind. Das entzieht ihnen Vitamine.

·         Lange Transportwege und Lagerzeiten bei Obst und Gemüse lassen die Vitalstoffmenge weiter sinken. Allein durch Überlagerung verliert Gemüse 80 bis 100 Prozent an Folsäure und Vitamin C.

·         Auch die Lagerung zu Hause entscheidet, was wir an Vitaminen überhaupt noch aufnehmen: Spinat verliert nach zwei Tagen Lagerung um die 20 Grad erhebliche 79 Prozent seines Vitamin C-Gehaltes. Wird er die zwei Tage im Kühlschrank aufbewahrt, gehen immer noch 33 Prozent verloren. 

 

Bei vorproduzierten Lebensmitteln wie Brot und Speiseöle gibt es ebenfalls Einbußen:

·         Getreide verliert 85 Prozent seiner Mineralien, wenn es zu Weißmehl verarbeitet wird.

·         Das Raffinieren von Pflanzenölen und die zu helle Lagerung haben zur Folge, dass das wichtige Vitamin E um 70 Prozent reduziert wird.

·         Wurst und Fleischwaren stammen häufig von Tieren, die zu intensiv mit Antibiotika behandelt werden. Wir essen das mit, was bei uns zur Antibiotikaresistenz führt.

·         Tiefgefrorene Lebensmittel büßen bis zu 40 Prozent ihrer Vitamine ein.

·         Geschälter Reis enthält nur noch die Hälfte des wichtigen Vitamin B6.

 

Auch die Art der Zubereitung entscheidet über die Vitalstoffversorgung:

·         Durch Kochen geht die Hälfte bis Dreiviertel der Vitamine B1, B2, C und Folsäure verloren, Carotinoide verlieren bis zu 35 Prozent ihrer Wirkkraft, die Mineralien Kalzium, Magnesium und die Spurenelemente Eisen, Kupfer und Zink bis zu 40 Prozent. Alle restlichen B-Vitamine bis zu 50 Prozent.

·         Rindfleisch verliert durch Braten bis zu 60 Prozent der wichtigen B-Vitamine B1, B6 und Pantothensäure. Der Gehalt an Kalium und Magnesium bei Schweinefleisch reduziert sich durch Braten um 25 bis 30 Prozent.

·         Dämpfen sorgt für einen Verlust an Folsäure, Vitamin B 1 und C von bis zu 40 Prozent.

·         Brot hat nach 3 Tagen Lagerung 25 Prozent weniger Vitamin B1 und B6.

·         Gemüse verliert durch Konservieren bis zu 30 Prozent Beta-Carotin. Laut DGE ist der Verzehr von Konserven allerdings rückläufig.

 

Manchmal sollte man Obst und Gemüse jedoch achtsam kochen zum Beispiel Vitamin A-reiche Produkte wie Brokkoli, Karotten oder Spinat. Diese Gemüsesorten sollte man dünsten, da der Körper Vitamin A dann besser aufnehmen kann.

 

Es ist zu überlegen, was das Beste für die individuelle Situation ist: Wer sich keine langen Ausfallzeiten erlauben kann, sollte vielleicht lieber seinen Bedarf mit natürlichen Vitalstoffen decken anstatt sich wochenlang mit Heuschnupfen oder einer Grippe herumzuplagen. Darüber hinaus spielt auch die Versorgung mit Bitterstoffen eine Rolle, die Entgiftung des Körpers und eine gute Darmflora.

 

Functional Medicine

Wegweisend ist ein Zweig in der Medizin, der in den USA begründet wurde: Functional Medicine beschäftigt sich mit Ernährungs- und Umweltmedizin. Ausgehend von der individuellen Biochemie im Körper und den davon abhängenden Stoffwechselreaktionen, Immunprozessen und Entgiftungsmöglichkeiten wird der persönliche Bedarf des Einzelnen genau ermittelt. Analysiert wird auch, ob oxidativer Stress, Umweltbelastungen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten vorliegen.

 

Auf diese Weise läßt sich das Risiko einer chronischen Erkrankung noch frühzeitiger feststellen.